Was passiert bei Karies?


Ein Bakterium beißt sich durch
Was passiert bei Karies?

Ob Kieferabszess, Zahnwurzelentzündung oder weißgefleckter Zahnschmelz – Karies hat viele Gesichter. Wie die Krankheit verläuft und was vor ihr schützt, erklärt die Zahnexpertin der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK).

Karies ist „in aller Munde“. Der Krankheitserreger besiedelt als Teil der natürlichen Bakterienflora die Mundhöhle. Zusammen mit Speichel und Essensresten heftet es sich an die Zahnoberfläche und bildet den Zahnbelag, auch Plaque genannt. Mit der Zeit verhärtet sich der Zahnbelag zu Zahnstein. „Bleibt der Zahnbelag bestehen, haben die Bakterien Gelegenheit, die Essensrückstände zu zersetzen“, warnt Bettina Frey, Zahnexpertin bei der SBK.

Erste Anzeichen sind weiße Flecken auf den Zähnen

Die Bakterien zersetzen Zucker zu sauren Verbindungen. Die Säuren entziehen dem Zahnschmelz Mineralien. Dadurch wird der Zahn porös. Zunächst entstehen oberflächliche Schäden, die als weiße Flecken auf den Zähnen zu erkennen sind. „In dieser Phase können eine gute Zahnreinigung und eine Fluorid-Behandlung die weitere Zerstörung des Zahns abwenden“, berichtet Bettina Frey.

Karies verursacht Wurzelentzündungen und Abszesse

Schreitet die Zerstörung des Zahnes ungehindert voran, bilden sich erste Löcher. Im weiteren Verlauf „kann die Karies tiefer ins Innere des Zahns eindringen und das weichere Zahnbein angreifen“, erklärt die Zahnexpertin. Oft wird der Zahn so porös, dass er abbricht. Hat sich der Karies bis zum Wurzelkanal vorgearbeitet, entsteht eine schmerzhafte Zahnwurzelentzündung und der Zahn droht abzusterben. Im schlimmsten Fall gehen die Bakterien über die Wurzelspitze auf den Kieferknochen und den gesamten Organismus über. Darüber hinaus verursacht Karies Eitereinschlüsse, so genannte Abszesse.

Was schützt vor dem Bakterium?

Die wichtigste Waffe im Kampf gegen Karies ist die Zahnbürste. „Optimal wäre es, sich nach jeder Mahlzeit die Zähne zu putzen“, rät Bettina Frey. Wer dies nicht leisten kann oder will, putzt sich mindestens zweimal am Tag die Zähne. Für die Zahnzwischenräume empfiehlt die Zahnexpertin Zahnseide und Interdentalbürsten. Einmal pro Woche kommt eine fluoridhaltige Zahnpasta zum Einsatz. Sie härtet den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Karies.

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